Mesut Pazarci: Die Manipulation des Goldpreises

Redaktion: Der Goldpreis wird traditionell in US-Dollar ermittelt. Welche Bedeutung hat dies?

Mesut Pazarci: Goldpreis und Dollarpreis tendieren oft umgekehrt proportional. Das heißt, fällt der Dollarkurs, steigt meist auch der Goldkurs – oder umgekehrt.

Redaktion: Funktioniert der Goldmarkt wie jeder andere Markt?

Mesut Pazarci: Die Nachfrage nach Gold und das Angebot am Weltmarkt schwanken sehr häufig. Auch die Intentionen der Goldinvestoren sind oft grundverschieden. Viele Anleger suchen mit einem Goldkauf einen „sicheren Hafen“, speziell in Krisenzeiten. Andere sehen in Gold ein Spekulationsobjekt, um überproportional hohe Gewinne in kurzer Zeit zu erzielen.

Redaktion: Man hört oft von der Manipulation der Goldpreise. Gibt es diese Manipulationen wirklich?

Mesut Pazarci: Der Goldpreis kann und wird von systemrelevenaten Marktteilnehmern, etwa Zentralbanken und Goldminengesellschaften, erheblich beeinflusst. Diese bewegen großen Goldreserven oder halten diese zurück. Soll etwa der Goldpreis sinken, so wird Gold verliehen, um Leerverkäufe zu provozieren, beziehungsweise Gold verkauft, und/oder die Goldproduktion wird gesteigert. Soll der Goldpreis steigen, so kaufen die Zentralbanken Gold ganz gezielt auf oder die Goldproduktion der Minengesellschaften wird künstlich gedrosselt.

Der Goldpreis wird außerdem ganz entscheident von Finanzderivaten aus Futures, Forwards, Optionen oder Swaps beeinflusst. Aufgrund von Differenz-Geschäften, bei denen Händler Preisunterschiede an verschiedenen Finanzplätzen zur Gewinnerzielung nutzen, haben diese Termingeschäfte unmittelbaren Einfluss auf die Spotmarktpreise. Gold ist Mittel zum Zweck.

Redaktion: Ist es richtig, dass in diesem Jahr gegen Banken wegen Goldpreismanipulationen ermittelt wird?

Mesut Pazarci: Das ist richtig. In den USA bestand 2010/11 auf dem Warenterminmarkt eine auffällig starke Konzentration von Goldkontrakten. Ins Visier genommen hatten die Ermittler die Preisbildung bei Gold, Silber, Platin und Palladium. Über Jahrzehnte hatten kleine Gruppen von Banken die Edelmetallpreise in kaum transparenten Telefonkonferenzen festgelegt. Die Liste der Verdächtigen: Barclays, Societe Generale, Deutsche Bank, Bank of Nova Scotia, Credit Suisse, JPMorgan, Sachs, Standard Bank und UBS.

Neben den behördlichen Ermittlungen gabe es im Frühjahr 2015 mehr als 25 Verfahren von privaten Unternehmen gegen Banken wegen vermeintlicher Betrügereien beim Goldpreis-Fixing. Und ich glaube dies ist nur die Spitze des Eisbergs.

Redaktion: Sind auch die Notenbanken in diese Manipulationen verwickelt?

Mesut Pazarci: Es ist mehr als Gerücht, dass die Notenbanken in Zusammenarbeit mit Kreditinstituten den Goldpreis manipulieren. Hier nach ist ein niedriger Goldpreis z.B. von der US-Regierung gewollt, da dies das Vertrauen in die Papiergeldwährung US-Dollar stärkt. Ein hoher Goldpreis würde statt dessen ggf. die Schwäche der Geldwährung reflektieren. Ein rückläufiger Goldpreis stärkt den US-Dollar, der neben Gold für ausländische Zentralbanken die Reservewährung Nummer Eins ist. Zudem führt ein fallender Goldpreis zu sinkenden Zinsen. Ein steigender Goldpreis hingegen ist Ausdruck einer inflationären Entwicklung. Hohe Inflationserwartungen behindern jedoch das primäre geldpolitische Ziel, die Stabilität der Währung zu gewährleisten. Und deshalb haben Regierungen auf der ganzen Welt ein hohes Intresse daran, den Goldpreis zu drücken.

Redaktion: Jetzt frage ich Sie, warum sollte man Gold überhaupt erwerben, wenn sein Kurs komplett den Launen einer elitären Gruppe aus Mächtigen ausgesetzt ist?

Mesut Pazarci: Diese Mächtigen können ganz sicher kurzfristig solche Marktmanipulationen durchsetzen. Der Markt für Gold ist immens groß, und es ist buchstäblich unmöglich, dass irgendeine Institution dessen Preisfluktuationen mittel- oder langfristig kontrollieren kann.

Die größte Stärke des Goldes ist seine Funktion als Angst-Barometer. Sind Investoren besorgt wegen der längerfristigen Wirtschafsaussichten, greifen sie immer den sicheren Hafen Gold zurück.

Mesut Pazarci: Die Historie von Gold

Redaktion: Herr Pazarci, was können Sie uns über die geschichtliche Entwicklung von Gold erzählen?

Mesut Pazarci: Die Entwicklung von Gold ist mehr als Zweieinhalbtausend Jahre alt.

Haben Sie schon etwas von König Krösus gehört. Dieser liest die ersten Goldmünzen von einheitlicher Größe und einheitlichen Wert mit Prägestempel versehen und als quasi Qualitätsstandard für Edelmetall unter das Volk bringen. Zu diesem Zeitpunkt, das war 560 vor Christus, erfüllte Gold quasi die erste klassische Geldfunktion als Tauschmedium.

Redaktion: Ich dachte immer, dass die Römer die ersten Goldmünzen geschaffen hätten.

Mesut Pazarci: Nein dem ist nicht so. Erst rund 200 Jahre vor Christus wurden im römischen Reich die ersten Goldmünzen geschlagen. die Römer haben diese Handwerkskunst von den Griechen übernommen. Unter Julius Cäsar wurden dann vermehrt Goldmünzen geprägt unter anderem der Aureus.
Danach haben die Römer die Silberwährung eingeführt, die jedoch später wieder an Bedeutung verlor.
Kaiser Konstantin der Große hat rund 300 Jahre nach Christus eine stabile Goldwährung eingeführt. Als Zahlungsmittel nutzte er den sogenannten Solidus.

Redaktion: Wie lange hat denn die Goldwährung der Römer bestand?

Mesut Pazarci: Schon die Römer erhoben Gold zur Leitwährung.

Der Solidus war in Europa Nordafrika und Vorderasien bis zum beginnenden zwölften Jahrhundert die Leitwährung.

Die Zirkulation als Zahlungsmittel nahmen im frühen Mittelalter erst einmal ab. Geldmünzen gewannen in zunehmendem Maße an Bedeutung, welche dem Handels- und Marktgeschehen dienten.

Die Zeiten ändern sich. Es kamen die Kreuzzüge, der freien Handel wurde ausgedehnt und es entstanden neue Goldwährungen. So der Florin und der Goldgulden in Florenz, der Dukat in Venedig und der Genovino in Genua. Dies waren so genannte Reservewährungen des Mittelalters.

Mesut Pazarci: Gold ist die sichere Reserve für Krisenzeiten.

Das Spätmittelalter war geprägt durch Katastrophen wie Pest, Kriege und Hungersnöte. Die Einwohnerzahl der Länder Europas dezimierte sich in den Jahren von 1340 bis 1450 um mehr als ein Drittel. Im gleichen Zeitraum sank deshalb auch die Münzproduktion um 80 %. Somit überstiegt der Bedarf an Zahlungsmitteln das Angebot. Da Goldmünzen wertvoll und knapp waren, wurden sie zunehmend gehortet. Dies führte zur Deflation, da dem Geldumlauf das Edelmetall entzogen wurde.

Mit der Entdeckung Amerikas flossen im 16. Jahrhundert mehr als 5000 Tonnen Gold nach Europa, das in Form von Goldmünzen Zahlungsmittel wurde. Die Zunahme der Goldmenge hatte enorme Folgen für die Volkswirtschaften auf der gesamte Erde. Die Preise begannen weltweit zu steigen. Bisher kannte man keine Inflation. Das Übel der stetigen Inflation, dass heute als normal gilt, hatte es bisher in Europa, also vor dem 16. Jahrhundert, so nicht gegeben.

Mesut Pazarci: Gold war bei die Herrschenden schon immer begehrt.

Im 16. und 17. Jahrhundert führte die betrügerisch Goldentwertung zu steigenden Gold und Silberpreisen. Vollwertige Münzen wurden zu dieser Zeit eingeschmolzen oder an den Rändern beschnitten. Aus dem so gewonnenen Metall wurde unter Zugabe von Kupfer neue Münzen hergestellt. Friedrich der Große finanzierte unter anderem damit den Siebenjährigen Krieg.

Redaktion: Wann wurde der sog. Goldstandard begründet?

Mesut Pazarci: Die Entwicklung des Goldstandards vollzog sich in mehreren Schritten

Isaak Newton legte 1717 einen zu niedrigen Goldpreis für Silber fest und somit den Grundstein des Goldstandards. Dies wurde am 22. Dezember 1717 durch königliche Proklamation verfügt.

Es folgte der sog. Bimetallismus. Grundlage des eigentlichen Bimetallismus war die vertragsmäßige oder gesetzliche Festschreibung eines festen Wertverhältnisses zwischen den verwendeten Münzmetallen innerhalb eines Landes oder den finanzstärksten Ländern einer Währungsunion.

Im Jahre 1789 wurde in der Verfassung der Vereinigten Staaten der Bimetallismus als Währungsstandard festgelegt.
Das gesetzliche Tauschverhältnis von Silber zu Gold betrug 15:1. Mit dem „Coinage Act of 1873“ gaben die USA den Bimetallismus dann wieder auf.

Mit Einführung des Goldstandards entstand das Recht, bei der Zentralbank sein Bargeld gegen die entsprechende Menge Gold zu tauschen (Verpflichtung zur Konvertibilität). Die Goldparität bezeichnet dabei das Umtauschverhältnis. Die Hinterlegung der Währung mit Gold fungierte als Absicherung vor zu starker Bargeldinflation.

Ich würde mir wünschen, das würde heute noch gelten.

Mesut Pazarci: Die englischen Banker hatten auch schon vor 200 Jahren die Zügel in der Hand.

Am 22. Juni 1816 erklärte Großbritannien mit dem „Lord Liverpool’s Act“, auch Coin Act genannt, die Goldwährung per Gesetz zur Landeswährung. Da die meisten anderen Länder ihre Wechselkurse an die britische Währung koppelten, wurde das Pfund quasi zur Leitwährung. Die Anpassung vollzog sich zwangsläufig aufgrund der zunehmenden britischen Dominanz in den internationalen Finanz-, Wirtschafts- und Handelsbeziehungen. Zwei Drittel des gesamten Welthandels wurden im 19. Jahrhundert in der britischen Währung abgewickelt und der größte Teil der weltweiten Währungsreserven in Pfund Sterling gehalten.

Mesut Pazarci: Auch die USA und Deutschland machten das Gold zum offiziellen Zahlungsmittel

Mit dem „Coinage Act of 1834“ wurde das gesetzliche Tauschverhältnis von Gold zu Silber im Verhältnis 1:16 festgelegt und damit de facto der Goldstandard auch in USA eingeführt. Mit dem „Gold Standard Act“ vom 14. März 1900 wurde die Goldwährung in den USA offizielles Zahlungsmittel.

Im Deutschen Reich wurde die Einführung des Goldstandards durch mehrere Gesetze und Verordnungen vorbereitet.
Das Münzgesetz vom 9. Juli 1873 bestimmte die Goldmark spätestens zum 1. Januar 1876 zur einzigen Reichswährung.

Redaktion: Warum konnte der Goldstandard nicht beibehalten werden?

Mesut Pazarci: Dafür waren diverse Entwicklungen verantwortlich.

Mit dem Beginn des Ersten Weltkrieges endete 1914 in den meisten Ländern die Goldeinlösepflicht (am 4. August 1914 auch im Deutschen Reich). Statt des Goldstandards erfolgte entsprechend den Empfehlungen der Konferenz von Genua lediglich eine Devisenbewirtschaftung.

In Deutschland führten der verlorene Erste Weltkrieg und die damit verbundenen Reparationen, welche die Goldreserven des Staates verbrauchten, zur zwangsweisen Umstellung auf nichtgoldgedecktes Geld. Unter der Last der Reparationszahlungen, der Ruhrbesetzung und dem Versuch, die besetzten Gebiete finanziell zu unterstützen, entwickelte sich die Hyperinflation. Im November 1923 gab die Reichsbank einen Geldschein über eine Billion Mark heraus, insgesamt wurden während dieser Zeit 10 Milliarden Geldscheine gedruckt, die letztlich noch nicht einmal das Papier wert waren, auf denen sie gedruckt waren.

Redaktion: Konnte Gold Währungskrisen und Hyperinflation überstehen?

Mesut Pazarci: Trotz des Goldverbotes war Gold die einzig wahre Garantie für den Werterhalt.

Mit Gold konnte während der Hyperinflation zwar kein realer Gewinn erzielt werden, doch langfristig behielt das Edelmetall wie keine andere Anlageklasse seinen Wert. Wer Goldbarren, Goldmünzen oder den goldgedeckten US-Dollar besaß, konnte sein Vermögen absichern und die Kaufkraft erhalten. Gold bot im Vergleich zu allen Anlageklassen den besten Schutz vor Kaufkraftverlusten.
Es gab zwar in der Zeit von 1923 bis 1931 ein Goldverbot. Hierbei legt eine Regierung gesetzlich fest, dass privater Goldbesitz an staatlichen Annahmestellen abgegeben und gegen Landeswährung eingetauscht werden muss.
Doch wer hielt sich daran. Auf dem Schwarzmarkt hat Gold seinen Wert auch zu dieser Zeit nicht verloren.

Auch im 3. Reich war der Goldbesitz im Wesentlichen untersagt worden. Obwohl Zuwiderhandlungen mit hohen Strafen belegt wurden, haben viele Bürger Ihr Gold behalten.
Redaktion: Wie ging die Entwicklung nach dem 2. Weltkrieg weiter?

Mesut Pazarci: Mit der Einführung des Gold-Dollar-Standards

Im April 1944 wurde mit dem Bretton-Woods-System ein internationales, auf dem goldhinterlegten US-Dollar basierendes Währungssystem geschaffen und der US-Dollar zur Weltleitwährung gewählt. Ziel des Abkommens war die reibungslose und von Handelsbarrieren befreite Abwicklung des Welthandels bei festen Wechselkursen. Das Abkommen legte ein Tauschverhältnis von 35 Dollar je Feinunze Gold fest. Durch die Orientierung der Währungskurse am US-Dollar konnte der Goldpreis für langfristig festgelegt werden. Die US-Notenbank verpflichtet, die Dollarreserven jedes Mitgliedslandes zum vereinbarten Kurs in Gold umzutauschen.

Die Zentralbanken der Mitgliedstaaten hatten sich mit Abschluss des Vertrages dazu verpflichtet, durch Eingriffe auf den Devisenmärkten die Kurse ihrer Währungen in festgelegten Grenzen zu halten. Die Bundesrepublik Deutschland trat dem System fester Wechselkurse 1949 bei. Zur Überwachung des Systems wurden die Weltbank, die Internationale Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (IBRD) und der Internationale Währungsfonds (IWF) gegründet.

Anleger, die physisches Gold über den Zweiten Weltkrieg retten konnten, bewahrten ihr Vermögen.

Letzte Reichsmark- und erste DM-Kurse 1948
Anlageklasse Letzter
RM-Kurs
Erster
DM-Kurs
Veränderung
in %
Aktien
Offizielle Kurse 161,78 30,53 -81,13
Schwarzmarktkurse 305,68 30,53 -90,01
Verzinsliche Wertpapiere
Öffentliche Anleihen 154,25 12,25 -92,06
Pfandbriefe 95,92 7,96 -91,70
Industrieanleihen 105,27 7,39 -92,98
Edelmetalle
Gold pro kg 3600 3600 0,00

Redaktion: Wie lange hatte der Gold-Dollar-Standard Bestand?

Mesut Pazarci: Bereits 1971 war der Gold-Dollar-Standard Geschichte.

1969 wollten mehrere Teilnehmerstaaten aus dem Bretton-Woods-Abkommen ihre Dollarreserven in Gold einlösen. Die USA war jedoch nicht in der Lage, ihren vertraglichen Verpflichtungen zu erfüllen. Am 15. August 1971 erklärte der amerikanische Präsident Richard Nixon die Aufkündigung des Gold-Dollar-Standards (= Nixon-Schock).

Redaktion: Wie entwickelte sich der Goldkurs nach der Aufgabe des Gold-Dollar-Standards?

Mesut Pazarci: Die Goldpreisentwicklung war ganz unterschiedlich.

Erst stiegen die Goldkurse stark an. Am 1. Mai 1972 stieg der Goldpreis mit 50,20 US-Dollar pro Feinunze erstmals seit 1864 wieder über die 50-Dollar-Marke. Am 14. Mai 1973 überschritt der Goldpreis in London mit 102,25 US-Dollar erstmals die 100-Dollar-Grenze. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, dass erste Ende 1974 der Goldbesitz in USA wieder legalisiert war. Am 27. Dezember 1979 überwand der Goldpreis mit 508,75 US-Dollar erstmals die Marke von 500 US-Dollar und erreichte im Januar 1980 den vorübergehenden Höchststand von 885 Dollar.

1980 begann dann ein zwanzigjähriger Abwärtstrend des Goldpreises. Am 20. Juli 1999 erreichte der Goldpreis in London mit 252,80 US-Dollar einen absoluten Tiefststand.

Seit 2001 steigt der Goldpreis kontinuierlich. Eine steigende Nachfrage ließ den Goldpreis 2005 zum ersten Mal seit 1987 über die 500-Dollar-Grenze ansteigen. Am 13. März 2008 stieg der Goldpreis an der New York Rohstoffbörse (NYMEX) im Handelsverlauf erstmals über die 1000-Dollar-Marke.

Am 19. April 2011 war der Goldpreis in New York im Handelsverlauf erstmals höher als 1.500 US-Dollar pro Feinunze.
Am 6. September 2011 stieg der Goldpreis in New York sogar auf ein Allzeithoch von 1.920,65 US-Dollar pro Feinunze.
In der europäischen Gemeinschaftswährung wurde am 1. Oktober 2012 mit 1.388,62 Euro pro Feinunze ein Rekordpreis erzielt.

Gründe für den massiven Kursanstieg gab es zuhauf. Die von Regierungen und Zentralbanken im Kampf gegen die weltweite Banken- und Finanzkrise ergriffenen Maßnahmen führten zu wachsenden Staatsverschuldungen und zur Einführung einer Niedrigzinspolitik. Die weltweite Staatsverschuldung stieg zwischen 2002 und 2012 von etwa 20 Billionen auf 49 Billionen US-Dollar. Anleger befürchteten wegen der Ausweitung der Geldmenge durch die Notenbanken eine massive Geldentwertung. Hinzu kam eine starke Nachfrage nach Schmuck, vor allem aus der Volksrepublik China und Indien sowie Käufe institutioneller Investoren.
Redaktion: Warum brach der Goldkurs 2013 ein?

Mesut Pazarci: Der Kurseinbruch war manipuliert.

Anfang April 2013 sank der Goldpreis für eine Feinunzean der New Yorker Rohstoffbörse NYMEX erstmals knapp unter die Marke von 1.500 US-Dollar und erreichte damit den tiefsten Stand seit Juli 2011. Das Jahr 2013 beendete der Goldpreis knapp über der 1.200 US-Dollar Marke. Im Jahr 2014 zeigte der Goldkurs außer einigen volatilen Schwankungen letztlich nur eine Seitwärtsbewegung und ist in 2015 sogar noch auf 1.100 Dollar (975 Euro) abgefallen.

Warum?

Ich gehe wie auch viele andere Akteure davon aus, dass diese Kursentwickung manipuliert war.

Darüber berichte ich Ihnen in meinem nächsten Artikel.

Gold ist der beste Inflationsschutz

Mesut Pazarci: „Inflation ist der periodisch wiederkehrende Beweis für die Tatsache, dass gedrucktes Papier eben nur bedrucktes Papier ist.“

Mesut Pazarci: Sehr treffend ist hierzu auch die Definition von George Bernhard Shaw. Dieser sagte:

„Wenn die Regierung das Geld verschlechtert, um alle Gläubiger zu betrügen, so gibt man diesem Verfahren den höflichen Namen Inflation.“

Redaktion: Herr Pazarci, wie merken wir denn, ob wir von einer Inflation bedroht sind?

Mesut Pazarci: Eine Inflation nehmen wir gewöhnlich noch nicht einmal war.

Die schleichende Inflation lässt es gar nicht zu, dass wir überhaupt bemerken, wie der Wertverlust stattfindet. Es ist dann häufig schon zu spät, wenn wir feststellen, dass mit kleinen Zahlen große Änderungen stattgefunden haben.

Vergleichen Sie bitte an der folgende Tabelle, wie sich die Kaufkraft von 100 Euro bei den verschiedenen Inflationsquoten entwickeln:

mesut-pazarci-geldentwertung

Die Inflationsquoten, die uns vom statistischen Bundesamt dargeboten werden, sind Zahlen, die der Realität nicht entsprechen. So sind z.B. Flachbildschirme  oder Computer eingerechnet, welche durch die technische Entwicklung und die Massenherstellung immer günstiger angeboten wurden. Doch wir kaufen nicht täglich einen Laptop oder einen Flachbildschirm. Wir kaufen täglich unsere Brötchen oder fahren täglich zum Tanken . Diese Faktoren werden durch den Inflationsindex nicht realistisch dargestellt. Die reale Inflation beträgt deshalb – richtig gewichtet – nicht 1% bis 2 %, wie uns dies das Statistische Bundesamt vorgaukelt. Diese beträgt tatsächlich zwischen 2,5% und 6%.

Exemplarisch hierzu einige Beispiele:

Der Preis für frische Brötchen hat sich seit 1991 mehr als verdoppelt. Seit 2010 beträgt der Preisanstieg mehr als 15 %.

Der Preis für Bohnenkaffee hat sich hier gegen in den letzten 20 Jahren eher moderat entwickelt, denn er stieg nur um rd. 35 %.

Zigaretten sind in den letzten 20 Jahren mehr als 150 % teurer geworden, was unter anderem auch auf Steuererhöhungen zurückzuführen ist.

Die Strompreise sind seit 1991 sogar um nahezu 150 % angestiegen.

Eine gegenläufige Entwicklung ist bei technischen Consumerprodukten wie Fernseher oder Computer festzustellen. Fernseher verbilligten sich in den letzten 20 Jahren um rund 80 %.

Bei längerfristigen Betrachtungen ist die Auswirkung der Inflation noch viel drastischer:

Mesut Pazarci: Inflationentwicklung 1960 bis 2009
Mesut Pazarci: Inflationentwicklung 1960 bis 2009

Was nützt dem kleinen Sparer, wenn er für seine Sparanlage 0,2% bis 1,25% Zinsen erhält und er für seinen Lebensunterhalt jährlich 3 % bis 6% mehr zahlen muss. Deshalb muss man sich ernsthaft die Frage stellen, welche Wertanlage langfristig den Inflationsverlust kompensieren kann?

Mesut Pazarci: Bevor wir über die Wertsteigerung einer Anlage nachdenken, sollten wir deshalb zuerst überprüfen, ob durch die jeweilige Anlage das Kapital tatsächlich „erhalten“ wird.

Der Vater des Wirtschaftswunders, Professor Doktor Ludwig Erhard, bezeichnet die Inflation als „die entschädigungslose Enteignung zugunsten der öffentlichen Hand“.

Durch die schleichende Geldentwertung wird das Bürgerrecht auf Eigentumsgarantie verletzt.

Einige meinen, man könnte der Inflation auch etwas Positives abgewinnen. Für diese ist die Inflation eine Art Begleiterscheinung einer boomenden Wirtschaft. Läuft es in der Wirtschaft rund, erhalten Arbeiter und Angestellte höhere Löhne. Dem entsprechend können diese mehr ausgeben und somit kann eine Inflation gegebenenfalls sogar positiv wirken.

Doch wie schon André Kostolany sagte: „Inflation ist wie Nikotin und Alkohol. In kleinen Maße sind Sie stimulierend. Man darf nur nicht zum Kettenraucher oder Alkoholiker werden.“

Gold ist trotz aller volatiler Schwankungen nachweislich der sicherste und beständigste Wertspeicher, um Ihr Vermögen vor dem inflationären Verfall zu schützen, was die nachfolgende Graphik eindrucksvoll belegt:

Mesut Pazarci: Die Goldpreisentwicklung der letzten 10 Jahre.
Mesut Pazarci: Die Goldpreisentwicklung der letzten 10 Jahre.

GOLDHANDEL LOHNT SICH

Redaktion: Herr Pazarci, Sie decken mir Ihrem Unternehmen den kompletten Wertschöpfungskreislauf von Gold ab.

Mesut Pazarci: Aus Altgold gewinnen wir Feingold und verkaufen Goldbarren und Goldschmuck

Das Recycling von Gold gibt mir die Möglichkeit mit Gold lukrative Gewinne zu erzielen, völlig unabhängig davon ob die Preise steigen oder fallen.

Wussten Sie, dass in 2014 rund 1.125 Tonnen Feingold aus Altgold recycelt worden sind. Der größte Anteil viel hierbei auf Asien mit rund 612 Tonnen. In Europa wurden immerhin 289 t Altgold recycelt.

Im Jahr 2014 waren die Handelspreise von Gold in einer Seitwärtsbewegung. Durch geschicktes und häufiges Handeln konnte man jedoch auch im Jahre 2014 Gewinne im höheren zweistelligen Bereich realisieren.
Hinzu kommen die Margen aus dem Altgoldeinkauf und die höheren Gewinnspannen aus dem Verkauf von Goldbarren kleiner Stückelung und von Modeschmuck.

Redaktion: Herr Pazarci, woher kommt ihr Faible für das Medium Gold?

Mesut Pazarci: Gold ist der einzige unvergängliche Wertspeicher

Gold ist nach meiner Meinung der einzige Wertspeicher der quasi unvergänglich ist. Nennen Sie mir eine Währung, welche länger als 100 Jahre von Bestand war. Nennen Sie mir ein Börsensystem, welches in den letzten 10 Jahren keinen gewaltigen Crash hinnehmen musste. An welcher Wertanlage kann sich auch der Bürger, der über wenig Kapital verfügt, ohne große Einstiegshürden beteiligen. Wenn Sie darüber nachdenken, ist Gold die einzige und wahre Alternative.

Mit dem Medium Gold habe ich die Möglichkeit, nicht nur mich sondern alle die mich begleiten, meine Kunden und meine Geschäftspartner, zum Wohlstand zu führen.

Im Gespräch mit Seminarteilnehmern, Unternehmern und erfolgreichen Geschäftsleuten ist mir immer eines ganz deutlich aufgefallen: Wohlstand beziehungsweise Reichtum bis eines der letzten großen Tabus. Unsicherheit, mangelnde Kenntnis oder vermeintlich erlernten Weisheiten der Elterngeneration, dass man über Gold nicht spricht, regieren nach wie vor. Doch wie soll man Wohlstand erreichen, wenn das Wissen darüber nicht weitergegeben wird? Wenn niemand darüber spricht und man aus diesem Grunde auch nichts darüber lernen? Es ist egal wie hart man arbeitet oder wie diszipliniert man ist, wenn man negative Glaubenssätze über Geld hat dann wird das Geld auch immer knapp sein.

Mesut Pazarci: Deswegen sollten sie von Anfang an auf die Erfolgskarte Gold setzen.

„Gold und Silber besitzen einen inneren Wert, der nicht willkürlich ist. Er hängt ab von deren Knappheit und dem Aufwand, um Gold zu gewinnen und Feingold herzustellen.“

Es ist deshalb gar nicht so wesentlich, ob der Goldpreis durch Börsen- und Währungsentwicklung ab- oder aufgewertet wird. Im Vergleich zu Währungen und Wertpapieren kann Gold nie wertlos werden.

Investieren in physische Edelmetalle

Redaktion: Warum sollte man in Edelmetalle wie Gold investieren?

Mesut Pazarci: Investieren Sie in die Unvergänglichkeit

Edelmetalle sind äußerst seltene, in der Natur vorkommende Elemente. Von den 92 natürlich vorkommenden chemischen Elementen, sind acht als Edelmetalle bekannt. Von den acht Edelmetallen werden nur vier als Rohstoffe eingesetzt: Gold, Silber, Platin und Palladium. Von den vier ist Gold das seltendste auf der Erde und visuell am auffälligsten wegen seiner Farbe und Reinheit.

Redaktion: Herr Pazarci, stimmt es, dass alles Gold der Welt, das bisher gefördert wurde, in einem Würfel mit einer Seitenlänge von 20 Metern Platz hätte?

Mesut Pazarci: Gold ist gar nicht so selten. Aber Gold ist sehr aufwendig zu gewinnen.

In der Erdkruste gibt es davon 30 Milliarden Tonnen. Allerdings ist die Konzentration meist so gering, dass sich die Ausbeutung wirtschaftlich nicht lohnt. Im Durchschnitt beträgt diese weniger als ein Millionstel Prozent.

Redaktion: Herr Pazarci, wie viel Gold wird denn jährlich gefördert?

Mesut Pazarci: Die jährlich geförderte Goldmenge füllt gerade Mal ein Wohnzimmer.

Jährlich werden auf der Welt nicht mehr als 2.500 Tonnen Gold gefördert. Würde man daraus einen Würfel formen, hätte dieser eine Kantenlänge von fünf Metern, also nicht mehr als der Rauminhalt eines durchschnittlichen Wohnzimmers.

Zur Veranschaulichung: Die gesamte, jemals geförderte Goldmenge würde gerade einmal zwei Schwimmbäder mit olympischen Abmessungen füllen, denn in der gesamten Menschheitsgeschichte wurden nicht mehr als etwa 160.000 Tonnen gefördert. Würde man die in einen Würfel pressen, so betrüge dessen Kantenlänge tatsächlich etwas über 20 Meter.

Und weil Gold so begehrt ist, wird es auch gut aufgehoben: Von der bisher geförderten Goldmenge von rd. 160.000 Tonnen sind bisher nur etwa zehn Prozent verloren gegangen.

Redaktion: Herr Pazarci, was ist ihre Botschaft? Herr Pazarci, was wollen sie der Welt geben?

Mesut Pazarci: Meine Mission – Gold für alle zu günstigen Preisen.

Meine Kunden kaufen Gold zu zum Spotpreis ein. Sie hören richtig. Meine Kunden kaufen Gold so günstig ein wie Banken und Raffinerien. Der Spotpreis ist online sekundengenau bei den internationalen Handelsplätzen abzufragen.