Mesut Pazarci: Die Manipulation des Goldpreises

Veröffentlicht von Mesut Pazarci am

Redaktion: Der Goldpreis wird traditionell in US-Dollar ermittelt. Welche Bedeutung hat dies?

Mesut Pazarci: Goldpreis und Dollarpreis tendieren oft umgekehrt proportional. Das heißt, fällt der Dollarkurs, steigt meist auch der Goldkurs – oder umgekehrt.

Redaktion: Funktioniert der Goldmarkt wie jeder andere Markt?

Mesut Pazarci: Die Nachfrage nach Gold und das Angebot am Weltmarkt schwanken sehr häufig. Auch die Intentionen der Goldinvestoren sind oft grundverschieden. Viele Anleger suchen mit einem Goldkauf einen „sicheren Hafen“, speziell in Krisenzeiten. Andere sehen in Gold ein Spekulationsobjekt, um überproportional hohe Gewinne in kurzer Zeit zu erzielen.

Redaktion: Man hört oft von der Manipulation der Goldpreise. Gibt es diese Manipulationen wirklich?

Mesut Pazarci: Der Goldpreis kann und wird von systemrelevenaten Marktteilnehmern, etwa Zentralbanken und Goldminengesellschaften, erheblich beeinflusst. Diese bewegen großen Goldreserven oder halten diese zurück. Soll etwa der Goldpreis sinken, so wird Gold verliehen, um Leerverkäufe zu provozieren, beziehungsweise Gold verkauft, und/oder die Goldproduktion wird gesteigert. Soll der Goldpreis steigen, so kaufen die Zentralbanken Gold ganz gezielt auf oder die Goldproduktion der Minengesellschaften wird künstlich gedrosselt.

Der Goldpreis wird außerdem ganz entscheident von Finanzderivaten aus Futures, Forwards, Optionen oder Swaps beeinflusst. Aufgrund von Differenz-Geschäften, bei denen Händler Preisunterschiede an verschiedenen Finanzplätzen zur Gewinnerzielung nutzen, haben diese Termingeschäfte unmittelbaren Einfluss auf die Spotmarktpreise. Gold ist Mittel zum Zweck.

Redaktion: Ist es richtig, dass in diesem Jahr gegen Banken wegen Goldpreismanipulationen ermittelt wird?

Mesut Pazarci: Das ist richtig. In den USA bestand 2010/11 auf dem Warenterminmarkt eine auffällig starke Konzentration von Goldkontrakten. Ins Visier genommen hatten die Ermittler die Preisbildung bei Gold, Silber, Platin und Palladium. Über Jahrzehnte hatten kleine Gruppen von Banken die Edelmetallpreise in kaum transparenten Telefonkonferenzen festgelegt. Die Liste der Verdächtigen: Barclays, Societe Generale, Deutsche Bank, Bank of Nova Scotia, Credit Suisse, JPMorgan, Sachs, Standard Bank und UBS.

Neben den behördlichen Ermittlungen gabe es im Frühjahr 2015 mehr als 25 Verfahren von privaten Unternehmen gegen Banken wegen vermeintlicher Betrügereien beim Goldpreis-Fixing. Und ich glaube dies ist nur die Spitze des Eisbergs.

Redaktion: Sind auch die Notenbanken in diese Manipulationen verwickelt?

Mesut Pazarci: Es ist mehr als Gerücht, dass die Notenbanken in Zusammenarbeit mit Kreditinstituten den Goldpreis manipulieren. Hier nach ist ein niedriger Goldpreis z.B. von der US-Regierung gewollt, da dies das Vertrauen in die Papiergeldwährung US-Dollar stärkt. Ein hoher Goldpreis würde statt dessen ggf. die Schwäche der Geldwährung reflektieren. Ein rückläufiger Goldpreis stärkt den US-Dollar, der neben Gold für ausländische Zentralbanken die Reservewährung Nummer Eins ist. Zudem führt ein fallender Goldpreis zu sinkenden Zinsen. Ein steigender Goldpreis hingegen ist Ausdruck einer inflationären Entwicklung. Hohe Inflationserwartungen behindern jedoch das primäre geldpolitische Ziel, die Stabilität der Währung zu gewährleisten. Und deshalb haben Regierungen auf der ganzen Welt ein hohes Intresse daran, den Goldpreis zu drücken.

Redaktion: Jetzt frage ich Sie, warum sollte man Gold überhaupt erwerben, wenn sein Kurs komplett den Launen einer elitären Gruppe aus Mächtigen ausgesetzt ist?

Mesut Pazarci: Diese Mächtigen können ganz sicher kurzfristig solche Marktmanipulationen durchsetzen. Der Markt für Gold ist immens groß, und es ist buchstäblich unmöglich, dass irgendeine Institution dessen Preisfluktuationen mittel- oder langfristig kontrollieren kann.

Die größte Stärke des Goldes ist seine Funktion als Angst-Barometer. Sind Investoren besorgt wegen der längerfristigen Wirtschafsaussichten, greifen sie immer den sicheren Hafen Gold zurück.


Mesut Pazarci

Gold ist meine Welt. Mit physischem Gold konnte ich viele Kunden Jahr für Jahr nicht nur eine sichere sondern auch eine rentable Anlage bieten. Dadurch erreichte ich überdurchschnittliche Erfolgsquoten bei meinen Vertriebspartner und in unserem Unternehmen.

1 Kommentar

Ernst Schmid · 26. September 2015 um 11:08

Wer Gold hat , wir immer Geld haben ….die Griechen rufen nach diesem Edelmetall ….vor allem die Menschen die kein Vertrauen in Banken und Versicherungen haben . Der Taschhandel wird wieder Zukunft haben…Gold für eine glänzende und sichere Zukunft. Wie Wahr !!!
Goldene Grüsse
Ernst Schmid

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