Geben kommt vor Nehmen. Kaum ein Ausspruch erzeugt so viel Verwirrung in den Köpfen der Menschen von heute wie diese. Wieso denn geben, wenn man an jeder Ecke alles hinterhergeworfen bekommt? Deutschland ist mittlerweile ein Bollwerk der Mitnehmgesellschaft. In der Finanzwelt wird seit Jahrzehnten eine der Hauptcharaktereigenschaften unserer konsumverseuchten Welt als wirkungsvolle Waffe eingesetzt. Es handelt sich um die Gier. Wenn man etwas oben drauf bekommt, erscheint das Objekt der Begierde noch begehrenswerter. Und so werden z. B. Angebote zweifelhafter Güte mit großem Erfolg unter das Volk gebracht, weil es Vater Staat fördert. Aber ist ein Angebot automatisch geeigneter, nur weil es der Staat begünstigt?

Geiz ist geil – dieser Aufruf eines großen Anbieters für Medien und Elektronikartikel hat sich vor Jahren mit großer Einprägsamkeit in den deutschen Wortschatz etabliert und ist zur Philosophie des allgemeinen Konsumverhaltens geworden. Judith K. findet Geiz auch geil. Sie ist Schnäppchenjägerin mit viel Spaß an der Sache und permanent auf der Jagd nach dem nächsten Deal. Shoppen ist ihr Hobby. Sie kennt sich aus und weiß nicht nur, wo man ihr den größten Nachlass gewährt. Nein, Sie weiß auch, wo man etwas abfassen kann. Kauf einen Artikel und bekomm ein kleines Geschenk oben drauf. Kauf Jenes zweimal und bekomm drei zum Preis von Zweien. Schließ ein Abo ab und bekomm eine „hochwertige“ Damenarmbanduhr oder schließ eine Sterbegeldversicherung ab und bekomm dafür ein Blutdruckmessgerät. Werbe Neukunden für einen Handyvertrag und erhalte 50 Euro Gutschrift auf deine Telefonrechnung. Das könnte man noch unendlich weiterführen. In Finanzdingen ist Judith listig. Sie ist stolz darauf, dass Sie fast nur Finanzverträge besitzt, die durch Subventionen oder Steuervorteile von Vater Staat unterstützt werden. Sie kennt sich aus, denn sie liest gern Fachzeitschriften, schaut Finanztipps im Fernsehen und gibt ihrem Vertreter genau zu verstehen, was sie haben möchte. Der ist zufrieden, kann er doch unkompliziertes Geschäft machen und Geld verdienen, ohne seine Kundin erst mühevoll zu überzeugen. Für Judith ist es zweitrangig, welche Qualität ihre Angebote haben. Für sie zählt ausschließlich, soviel wie möglich an Prämien und Steuervorteilen zu erhalten und ist der Ansicht, dass diese Angebote in Ordnung sein müssten, sonst würden diese ja nicht staatlich gefördert.

Kennen Sie jemanden wie Judith? Vermutlich gibt es einige in Ihrer Umgebung, die ähnliche Verhaltensmuster aufweisen. Von der Werbung manipuliert und fehlgeleitet, sie würden das gute Geschäft des Tages machen, tragen sie ihr Geld in die Geschäfte und kaufen Sachen, welches sie nicht benötigen, nur weil sie günstig zu sein scheinen. Qualität wird irrelavnt. Nur der Preis zählt. Günstig muss es sein und wenn es schon noch billig ist, muss es für den Käufer selbstverständlich auch noch ein Geschenk aus Dankbarkeit dafür geben, dass er sein Geld hier und nicht woanders ausgibt. Am besten im Fachgeschäft beraten lassen, dann im Discounter oder Internet kaufen und dann vor den Freunden angeben, wie schlau man war und Geld gespart hat. Jeder Anbieter versucht noch billiger zu sein als die Mitbewerber. Der Einzelhandel unterbietet sich selbst und wirtschaftet sich damit in den Ruin. Und wer ist schuld? Der Verbraucher trägt einen hohen Anteil dieser Schuld. Sein Kaufverhalten steuert alles. Die gesamte Wirtschaft richtet sich daran aus, was der Konsument will. Ist der Verbraucher also wirklich Schuld? Wir wissen es nicht. Jedoch könnte man mit etwas gesundem Menschenverstand und einer gesunden Beobachtungsgabe darauf kommen, dass der Verbraucher nicht wirklich die Ursache allen Übels sein kann.

Die Wirtschaft macht die Spielregeln

Geld ist in der Wirtschaft nur dann zu verdienen, wenn verkauft wird. Also werden Angebote ständig verbessert und neue Varianten hergestellt. Und natürlich gibt es dann noch reichlich Zubehör. Der Mensch ist für die Wirtschaft ein offenes Buch. Man weiß, was zu tun ist, um eine gewünschte Reaktion zu provozieren. Hochbezahlte Marketingexperten beschäftigen sich mit nichts Anderem als damit, wie man Verbraucher beeinflussen und einen bestimmten Bedarf wecken kann. Was zählt ist, dass man Wege erforscht, die Emotionen hervorzurufen, die zum Schluss dafür sorgen, dass der Konsument aktiv wird und sein Geld für das Angebot ausgibt. Meist werden unsere Sinne mit positiven Botschaften, perfekt proportionierten Menschen mit 1.000 Euro-Lächeln, bunten Bildern und verheißungsvollen Melodien stimuliert. Das Gehirn tickt aus und reagiert mit: „Muss ich haben!“

In der Finanzwelt ist das schwieriger. Hier sind die Angebote abstrakt. Man muss viel Fantasie aufbringen, um zu verstehen, wie die Angebote funktionieren. Und immer wieder kommt es vor, dass die Produkte nicht funktionieren. Die meisten Angebote füllen vordergründig die Taschen der Anbieter und lassen den Kunden, der im guten Glauben sein Geld einzahlt, zu kurz kommen. Jedoch funktioniert der Markt bestens. Auch hier ist die Werbemaschinerie gut durchdacht. Wir kennen die Fernseh- und Radiospots, Plakatwerbung und Werbeslogans doch alle. Sie sollen uns dazu animieren, einen Vertrag abzuschließen, damit wir uns so richtig als Gewinner fühlen.

Gute Vorsätze, magere Resultate

Legen Sie gern Geld in Schulden an? Wahrscheinlich investieren Sie lieber dorthin, wo Geld verdient wird, anstatt Schulden zu machen. Haben Sie eine Kapitallebensversicherung oder eine private Rentenversicherung? Wenn ja, wird ein großer Anteil Ihres Vermögens in Staatsschulden investiert. Jedoch können Sie beruhigt sein, es dauert Jahre, bis Ihre Gelder investiert werden, denn vorher werden die Vertriebskosten als Minussaldo gebucht und abgetragen. Erst wenn das erledigt ist, also je nach Gesellschaft nach ca. 2 bis 5 Jahren, fängt Ihr Vertrag an, Vermögen zu bilden. Jede Rückkaufswerttabelle dokumentiert das eindrucksvoll.

Die Lebensversicherungsbranche ist größter Abnehmer von Staatspapieren, denn die Gesellschaft ist dazu verpflichtet, einen hohen Anteil des Vermögens in Anleihen zu investieren. Demzufolge ist der Staat zu einem beträchtlichen Anteil bei den Lebensversicherern verschuldet. So ist es nicht überraschend, dass die Kapitallebensversicherung jahrzehntelang steuerlich begünstigt wurde. Nach 12 Jahren Laufzeit und ratierlicher Beitragszahlung über mindestens 5 Jahre war die Ablaufleistung dieser Verträge steuerfrei. Aber das war einmal. Das Steuerprivileg der Lebensversicherung endete Anfang 2005.

Ist ein Produkt zielführend, welches erst mehrere Jahre nach Vertragsbeginn startet, ein Vermögen zu bilden? Wird ein solches Produkt dadurch attraktiver, weil es staatlich subventioniert wird? Wahrscheinlich nicht, dafür ist es leichter an den Mann oder die Frau zu bringen. Wie sonst wäre es denn zu erklären, dass der Deutsche freiwillig sein Geld vernichtet, wenn nicht durch die Vision, dass seine Auszahlung zum Schluss steuerfrei sein wird? Es klingt doch sinnvoll, wenn man etwas abschließt, was sogar vom Staat begünstigt wird. Die allgemeine Meinung setzt nämlich voraus, dass der Staat nichts unterstützen würde, was nicht in Ordnung wäre. Ein folgenschwerer Trugschluss, wie vielen Lebensversicherungskunden dann Jahre später erst bewusst wurde. Dass fast 80% der Lebensversicherungsverträge nicht bis zu Ende geführt werden, ist die Antwort auf die Frage, ob staatlich geförderte Finanzverträge automatisch gut sind.

Alte Geschichte, neue Aufmachung

Die aktuellen förderfähigen Vertragsformen der Lebensversicherungsbranche tragen prominente Namen und heißen Riester und Rürup. Während Vater Staat händeringend nach Lösungen für die Entlastung der geplagten gesetzlichen Rentenversicherung sucht und dabei durchaus brauchbare Ideen hervorbringt, ist das, was danach in Zusammenarbeit mit den Produktanbietern geschaffen wurde alles andere als sinnvoll.

Der Wegfall der Steuerbegünstigung der Lebensversicherung in 2005 ließ das Neugeschäft stagnieren. Ohne Neugeschäft sind die Leistungsversprechen der bestehenden Verträge nicht Aufrecht zu erhalten. Ohne Ausgleich drohte der Zusammenbruch einer gesamten Branche. Riester und Rürup schafften diesen Ausgleich problemlos.

Seitdem sind diese Angebote aber auch Zielscheiben der Kritik. Die seriöse Wirtschaftspresse klärt regelmäßig darüber auf, wie diese Produkte tatsächlich funktionieren. Rentenversicherungen werden auf das Versprechen kalkuliert, dem Versicherten lebenslang eine gewisse Rente zu bezahlen. In der Versicherungsmathematik werden dabei so genannte Sterbetafeln benutzt, aus denen die durchschnittliche Lebenserwartung der Versicherten ablesbar ist. Dabei wird ein Durchschnitt gebildet. Menschen verschiedener Berufe oder sozialer Strukturen haben eine unterschiedliche Lebenserwartung. So leben z. B. Menschen mit größeren Einkommen statistisch gesehen einige Jahre länger als Menschen gleichen Alters mit kleineren Einkommen. Etwa 44% der Kunden, die eine Riester-Rente besitzen, verdienen nur bis 20.000 Euro im Jahr, sind also Geringverdiener (mit entsprechender Lebenserwartung, die im Schnitt 7-10 Jahre geringer ist als die der Einkommensstärkeren). Die Versicherer gehen bei ihren Kalkulationen immer vom für den Versicherer ungünstigsten Fall aus, also von sehr langen Lebenserwartungen von 98 Jahren und länger, also mehr als 10 Jahre mehr als es die amtliche Statistik untermauert wird. Dadurch verringert sich die zu erwartende monatliche Rente, denn das Guthaben muss bis zum Alter von 98 Jahren reichen. Stirbt der Versicherte vor Erreichung des 98. Lebensjahres, fällt das restliche Guthaben des Vertrages als so genannter Risikoüberschuss in den Rücklagentopf der Versicherer. Aus diesen Rücklagen werden dann Verträge quersubventioniert, deren Versicherte länger als 98 Jahre leben. Man muss kein Genie sein, um sich vorstellen zu können, dass es viel mehr Menschen geben wird, die vor dem 98. Lebensjahr versterben als die, die es überleben. Somit wird der Rücklagentopf kontinuierlich gefüllt werden. Dass der Versicherer 25% der Risikoüberschüsse behalten darf, ist ein nachvollziehbares Motiv für diese Vorgehensweise. Je mehr in den Risikoüberschüssen verbleibt, desto mehr hat der Versicherer davon. Und warum wohl ist die Riester-Rente kaum kapitalisierbar, nicht übertragbar und nicht vererbbar? Das dürften Sie sich jetzt selbst beantworten können.

Rein rechnerisch dauert es aufgrund der Kalkulation und der vollen Versteuerung der Rente rund 20 Jahre, bis das selbst eingezahlte Geld in Form der Rente aufgebraucht wurde und die staatlichen Zuschüsse zur Auszahlung kommen, so die Berechnungen der Deutschen Aktuarvereinigung e.V.. Man müsste somit mindestens 87 Jahre alt werden, bevor man etwas von den staatlichen Geschenken hätte. Wie soll man also die Argumentation der Politiker, der vielen Banker und Versicherungsvermittler bewerten, die tagtäglich Menschen mit der angeblich so attraktiven staatlichen Förderung in die Riester-Rente hinein bewegen?

Bausparen ist nicht wirklich zum Bauen geeignet

Bausparen ist ein weiteres gutes Beispiel dafür, wenn es um die Verbreitung verfälschter Tatsachen geht. In der Werbung wird grundsätzlich der Zusammenhang zwischen Bausparen und Wohneigentum hergestellt. Sven P. ist gut mit Judith befreundet. Auch er hat nichts dagegen, wenn es etwas dazugibt. Vor Jahren, als Azubi schloss er einen Bausparvertrag ab, um seine Vermögenswirksamen Leistungen anzulegen. Auch ihm gefiel die Kombination, einen Sparvertrag zu haben, mit dem man zwei Förderungen bekommen kann und mit dem man später Eigentum erwerben kann. Sein Bausparvertrag mit einer Summe von 20.000 Euro soll ihm nun helfen, die eigenen vier Wände zu realisieren. Es ist Svens Erfahrung mit seiner Hausbank|erster Weg zu seiner Hausbank}. Gemeinsam mit seiner Verlobten soll das Traumhaus entstehen. Ein Grundstück wurde gefunden und nun kann es losgehen. 180.000 Euro werden benötigt, um das Traumhaus zu bauen und das Grundstück zu bezahlen. Viel Eigenkapital ist nicht vorhanden, denn Sven und seine Verlobte zählen leider nicht zu den Besserverdienern. Aber beide haben einen Bausparvertrag und da steckt Bauen schließlich im Produktnamen drin. Sie können damit später bauen – dies klingt den beiden angehenden Bauherren noch deutlich im Ohr. Voller Vorfreude betreten Sie die Filiale. Sie haben einen Termin mit dem Baufinanzierungsexperten. Im Verlaufe des Gespräches verfliegt die gute Stimmung. Die monatliche Belastung wäre zu hoch für die Einkommen der beiden. Es gäbe nur zwei Möglichkeiten: Warten und weiteres Eigenkapital ansparen oder das Projekt deutlich verkleinern. Beides ist wenig erfreulich. Der Traum droht zu platzen. Da kommt der rettende Tipp: Man solle doch mal bei der Bausparkasse nachfragen…

Bausparen kann doppelt subventioniert werden. Es gibt die Wohnungsbauprämie und die Arbeitnehmersparzulage. Die eine Prämie erhält man durch das vermögenswirksame Sparen und die andere, wenn man selbst auf den Bausparvertrag spart. Hauptargumente beim Verkauf von Bausparverträgen: Du bekommst doppelte staatliche Prämien und kannst später mit dem Vertrag ein Haus bauen. So ein Argument zieht doch. Wer hätte nicht gern die eigenen vier Wände? Jedoch sei die Frage erlaubt, ob sich jeder ein so großes Projekt auch leisten kann? Wer eine Immobilie finanziert, weiß, dass das ohne hohe Kreditraten kaum machbar ist. Hohe Kreditraten kann sich nur jemand leisten, der besser verdient als ein Geringverdiener. Wer aber mehr verdient als ein Geringverdiener, verdient zu viel um die beiden Prämien auf seinen Bausparvertrag zu bekommen. Wer die Prämien bekommt, zählt nämlich zu den Geringverdienern. Darüber hinaus ist die Finanzierungsvariante mit der geringsten monatlichen Belastung, die wirklich funktioniert, eine Variante ohne Bausparen. Der Einbau eines Bausparvertrages verteuert jede Finanzierung. Der einzige Grund, warum es Baufinanzierungen gibt, die komplett über Bausparverträge gestaltet werden, ist der, dass die Bausparkasse liberaler mit ihren Bonitätsprüfungen umgeht. Wenn die Bank ablehnt (und das geschieht immer aus gutem Grund), ist das für einen gewitzten Bausparkassenvertreter noch lange kein Grund, das Projekt aufzugeben und eine Variante mit Bausparen zu zimmern. Jedoch funktioniert sie in den seltensten Fällen ohne den berühmten Lottogewinn, die Erbschaft oder den neuen, besser bezahlten Job. Der Kniff ist ein ganz einfacher: Bei Finanzierungen mit Hilfe von Bausparverträgen ist es gängige Praxis, sich Geld von der hauseigenen Hypothekenbank zu besorgen und parallel Bausparverträge in gleicher Summe abzuschließen. Diese sollen das Bankdarlehen später ablösen. Damit das funktioniert, muss je nach Bauspartarif ein Guthaben in Höhe von meist 40% – 50% der Bausparsumme angespart werden, bis das Bankdarlehen zur Ablösung fällig wird. Zwangsläufig müssten die Sparraten recht hoch sein, damit man das schafft. Die Bausparkasse setzt jedoch gern, um eine geringere monatliche Rate darzustellen, einen geringeren Sparbetrag an, oft den Mindestsparbetrag. Dem Kunden wird – wenn überhaupt – nur gesagt, man könne auch zwischendurch mal Geld zuschießen, um das auszugleichen. Nur, wer tut das denn, wenn er sowieso viel zu wenig verdient und sich die Finanzierung eigentlich nicht leisten kann? Realitätsverweigerung ist die Folge und das dicke Ende kommt dann zum Schluss. Wer einkommensmäßig die Prämien bekommt, sollte lieber Mieter bleiben.

Kapital futsch, aber Steuer gespart

Manfred S. ist genervt. Er erhält ein hohes Einkommen und zahlt entsprechend hohe Einkommensteuer. In der Vergangenheit hat er bereits mehrfach versucht, mit Kapitalanlagen aus dem Beteiligungs-Markt, Steuern zu sparen – mit zweifelhaftem Erfolg. Zwar ist es ihm oft gelungen, seine Steuerlast zu verringern, trotzdem hat er am Ende eher Einbußen gemacht. Sein Augenmerk war es, Steuer zu sparen. Wie, war zweitrangig, wenn der Steuerspareffekt nur groß genug ausfiel. So hat er auch mal sein eingesetztes Kapital komplett eingebüßt, weil das Projekt, in welches er investierte, nicht rund war.

Manfred hat daraus gelernt und ist nun etwas zurückhaltender. Er hat erkannt, dass Kapital anlegen in erster Linie zur Kapitalvermehrung dienen muss. Wenn nebenbei ein angenehmer Nebeneffekt für Steuerersparnisse sorgt, ist das erfreulich, jedoch nicht der Hauptgrund für eine Investition. Entscheidend ist, dass man sein Vermögen vergrößert, egal ob dabei viel Steuern anfallen oder nicht. Wenn die Bilanz am Ende positiv ist, ist es in Ordnung, wenn man mehr Steuern bezahlt, denn höhere Steuern sind ein Zeichen dafür, dass es finanziell bergauf geht.

Der Deutsche ist viel zu oft mit Nebenschauplätzen beschäftigt, anstatt seine Energien für das Wesentliche zu nutzen. Es werden Schrottprodukte gekauft, weil sie billig sind, es werden Verträge abgeschlossen, weil es eine Subvention gibt und es werden Finanzanlagen getätigt, die nicht zielführend sind, nur um ein paar Prämien abzufassen oder Steuern zu sparen. Das Geschäft mit den staatlichen Subventionen ist für die Vertriebsleute in der Finanzdienstleistung einfach verdientes Geld.

Aus Erfahrung kann man sagen, dass Produkte, die staatlich subventioniert werden, oft Defizite in anderen Bereichen aufweisen. Vergleicht man sie mit ähnlichen Produkten, mit denen man gleiche Ziele verfolgen kann, gewinnt meist das nicht förderfähige Angebot um Längen. In der heutigen, schnelllebigen Zeit ist Flexibilität eines der wichtigsten Kriterien. Doch gerade die ist es, die förderfähige Produkte vermissen lassen. Die Prämie wird somit teuer erkauft. Somit lässt sich abschließend feststellen, dass nicht alles Gold ist, was glänzt und dass ein Klumpen Dreck, auch wenn er in goldenes Papier eingepackt wird, trotzdem ein Klumpen Dreck bleibt.

Solide, authentisch, werthaltig

Jeder Fachmann empfiehlt, einen Teil des eigenen Vermögens in Edelmetalle zu investieren. Richtwert sind 20% des Vermögens, jedoch schadet es nicht, den Anteil etwas großzügiger zu gestalten. Gold ist dabei besonders beliebt und hat sich über Jahrtausende als nachhaltiger Wertspeicher erwiesen.

Dass Gold kostspielig ist, sollte nicht wirklich als Nachteil empfunden werden. Im Gegenteil, denn der enorme Preisanstieg seit dem Jahr 2000 ist kein Beweis dafür, dass das Gold teuer ist. Es ist vielmehr ein Beweis dafür, dass der Wertverfall der Währungen massiv vorangeschritten ist. Expansive Geldpolitik stellt eine Ursache für den enormen Kursanstieg dar. Die Nachfrage nach Gold ist sehr groß, was sich natürlich auch auf den Goldpreis auswirkt. Dadurch wird das edle Metall für viele Menschen nicht erschwinglich. Aber ist das etwas Negatives?

Viele Nationen stocken derzeit ihre Goldreserven auf. Dafür gibt es auch gute Gründe. Der Privatanleger sollte aus diesem Verhalten seine eigenen Schlüsse ziehen und entscheiden, ob er sich im Gold engagieren möchte oder nicht. Auch andere Sachwerte steigen im Preis. Immobilien in Deutschland verzeichnen eine ähnliche Entwicklung. Und Immobilien sind auch nicht für jedermann erschwinglich. Im Kern ist es folgendermaßen: Werthaltige Sachwerte steigen im Preis, weil das Geld immer weniger wert wird. Demzufolge sind Geldwertanlagen wie Sparbuch, Festgeld, Bausparvertrag oder Lebensversicherung trotz garantierter Zinsen, keine wirklichen Wertspeicher. Denn wem nützen garantierte Zinsen, wenn man in Zukunft nur sehr viel weniger für sein Geld kaufen kann?

Die Nachfrage ist riesig. Erst kürzlich berichtete wallstreet-online.de (http://www.wallstreet-online.de/nachricht/9311204-goldlawine-goldbestand-12-monaten-59-2-157-9-tonnen) über die Erhöhung der Goldbestände bei der Deutschen Börse. Es ist von einem Anstieg von 94 Tonnen innerhalb der letzten 12 Monate die Rede. Hierbei geht es jedoch nicht um den physischen Gold-Erwerb sondern um Gold, welches durch die Börse eingelagert werden muss, wenn Kunden Xetra-Gold-Anteile bei der Börse kaufen. Hier werden für jeden Anteilschein 1 Gramm Gold eingelagert. Insofern handelt es sich hier um Papiergold. Vom hinterlegten Gold bekommt der Kunde nichts zu sehen.

Besser ist natürlich der physische Golderwerb. Nur was man in der Hand hat, ist tatsächlich im eigenen Besitz. Goldbarren und -münzen haben Aufschläge, die Herstellungskosten. Wer beispielsweise einen Goldbarren kauft und diesen sofort wieder verkauft, bekommt nicht den gleichen Preis, zu dem der Barren vorher gekauft wurde. Und je kleiner die Mengen sind, desto stärker wirken sich die Herstellungskosten aus, denn diese werden im Verhältnis zum Materialwert bei kleineren Stückelungen größer. Fünf 20-Gramm-Barren kosten beispielweise einiges mehr als ein 100-Gramm-Barren. Das macht Gold zu einem langfristigen Investment.

Zur Sicherung ihres Ruhestandes mit Hilfe von Gold sind übrigens die Ruheständler im nördlichsten Bundesland deutschlandweit an der Spitze. Etwa jeder achte Pensionär in Schleswig-Holstein hat das begehrte Metall bei seiner Anlagestrategie berücksichtigt. Der Durchschnitt in unserem Land liegt dabei deutlich niedriger. Nur jeder 17. Rentner hat Gold zur Sicherung der Altersfinanzierung und diesen Schnitt bilden die Schleswig Holsteiner natürlich mit. Lässt man dieses Bundesland außen vor, dürfte der Schnitt deutlich niedriger ausfallen. Aber auch die Menschen in den Hansestädten sind rührig, wenn es um Gold im Portfolio geht. In Bremen hat jeder Zehnte und in Hamburg jeder Zwölfte Münzen oder Barren aus Gold im Depot für die Sicherung des Lebensstandards im Alter. In den südlicheren Ländern Deutschlands ist das Anlageverhalten der Bayern dem ähnlich. Jeder neunte bayrische Bürger setzt für die Sicherung des Lebensabends auf Gold. Auch die Saarländer, wo jeder Elfte Gold im Portfolio hat, sind vorn dabei. Das Schlusslicht in Sachen Gold bilden aktuell Sachsen, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern. In diesen drei Bundesgebieten besitzt nur jeder 33. Ruheständler Gold.

Bei einem reinen Edelmetallinvestment in Gold ist es daher ratsam, möglichst große Barren zu kaufen, um die anfallenden Prägekostenkosten so niedrig wie möglich zu halten. Falls nicht genug Kapital für die größte Barrengröße zur Verfügung steht oder mit gleichbleibenden Sparraten investiert werden soll, müsste auf kleinere Barrengrößen zurückgegriffen werden. Das erhöht jedoch wieder den Kostenanteil.

Edelmetalle bewährten sich stets als geeignete Maßnahme, das Vermögen zu sichern und zu schützen. Edelmetalle sind wertvolle Rohstoffe, die unabhängig von Währungen und deren Entwicklungen einen stabilen Eigenwert haben. Edelmetalle sind eben echte Sachwerte.

Im Edelmetallbereich gibt es deutliche Kaufempfehlungen. Der Beginn langfristiger Haussen deutet sich an, was eindeutig für die Edelmetalle spricht. Längst ist es im Bewusstsein der Menschen angekommen, dass es sinnvoll ist, ein Edelmetallportfolio aufzubauen und zu streuen. Edelmetalle erfreuen sich derzeit höchster Beliebtheit. Die PIM Gold und Scheideanstalt GmbH mit Geschäftsführer Mesut Pazarci, aus Heusenstamm kann diesem Bedarf das geeignete Angebot entgegensetzen. Diese Vorsorge sichert das Vermögen nachhaltig vor drohenden Finanzturbulenzen.

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