Mesut Pazarci: Lebensversicherung auf Messers Schneide?

Veröffentlicht von Mesut Pazarci am

Eine wirklich gute Idee wandelte sich zu einer Profitmaschine für das Lebensversicherungsgewerbe. Anfangs als finanzielle Todesfallabsicherung für den Ernährer oder die Ernährerin des Haushaltes gedacht, wurde die Lebensversicherung zu einem Pottpurrie aus Absicherung und Sparvertrag. Doch dadurch büßte sie doppelt ein, denn sie taugte nur noch bedingt zur Absicherung und als Ansparangebot war sie unrentabel. Nun steht das Konstrukt Lebensversicherung vor dem Aus.

Die Lebensversicherung steht bereits seit vielen Jahren in der Kritik. Zu kostenintensiv, zu geringe Zinsen, zu unflexibel, nicht transparent. Dabei war der Grundgedanke, der hinter dieser Produktklasse stand, sehr gut. Anfangs war die Lebensversicherung als pure Absicherung, so wie heute die Risikolebensversicherung, gedacht. Man zahlte eine Versicherungsprämie und erhielt Versicherungsschutz. Man zahlte nur die Risikoprämie. Kam es zum Versicherungsfall, erfolgte die Auszahlung an die Hinterbliebenen, damit diese die damit einhergehenden finanziellen Belastungen bewältigen konnten. Trat der Versicherungsfall nicht ein, erlosch der Vertrag – eigentlich ganz einfach.

Lebensversicherer maximieren Gewinn

Doch der Lebensversicherungsindustrie genügte dieses Geschäftsmodell nicht. Eine Lösung, die zu höheren Beitragseinnahmen führte, war gar kein Thema. Es wurde einfach zur Todesfallsumme eine Summe im Erlebensfall hinzugefügt. Die Kapitallebensversicherung, wie man sie heute kennt, war geboren. Allerdings war diese Vertragsform für die Versicherten nie wirklich interessant. Also mussten zusätzliche Verkaufsargumente gefunden werden. Ein Steuervorteil kam da gerade gelegen. Früher waren die Beiträge als Vorsorgeaufwendungen innerhalb der entsprechenden Freibeträge steuerlich absetzbar und die Auszahlung war steuerfrei, wenn eine Laufzeit von 12 Jahren eingehalten wurde und der Vertrag mindestens 5 Jahre ratierlich gezahlt wurde. Und dieses Argument enttäuschte nicht. Die Lebensversicherer wurden im Ausgleich per Gesetz dazu verpflichtet, die Kundengelder hauptsächlich in Staatsanleihen zu investieren. Damit finanziert sich Vater Staat. Zwischenzeitlich sind mit deutschen Staatsanleihen jedoch keine Renditen mehr erzielbar, die ausreichen würden, um die Leistungsversprechen der Versicherer gegenüber den Kunden einzuhalten. Also werden auch im großen Stil Staatspapiere von den europäischen Partnerstaaten gekauft, mit höheren Zinsen und entsprechend Risiko.

Im Falle eines Ausfalls wurde bereits vorgesorgt

Staaten können pleitegehen. Was früher undenkbar war, ist heute Realität. Seit der Griechenlandkrise ist dieser Fakt allgegenwärtig. Wenn ein Staat pleitegeht, werden seine Staatsanleihen zu einer Fehlinvestition. Und wenn diese ausfallen, geht das zu Lasten der Versicherten. Doch der Gesetzgeber hat bereits entsprechende Vorkehrungen getroffen. Der § 314 VAG, Zahlungsverbot; Herabsetzung von Leistungen schützt die Versicherer auf Kosten ihrer Kunden, indem der Gesetzgeber im Falle von Zahlungsschwierigkeiten die vertraglich zugesicherten Leistungen gegenüber dem Kunden herab- oder sogar komplett aussetzt, den Kunden jedoch verpflichtet, weiterhin die Beiträge in vollem Umfang zu entrichten.

Angebot Lebensversicherung ist schwer verständlich

Ein Hauptproblem besteht in der Herausforderung, das Produkt Lebensversicherung nachzuvollziehen. Die meisten Menschen betrachten die Lebensversicherung als eine Art Sparvertrag, der eine bestimmte Rendite verspricht. Nichts könnte ferner der Realität sein. Wer eine Lebensversicherung abschließt, geht einen Vertrag darüber ein, dass die Gesellschaft sein Leben im Todes- und bei der Kapitallebensversicherung im Erlebensfall absichert. Die Summen stehen dabei von Beginn an fest. Die Kapitallebensversicherung ist daher kein Sparvertrag, sondern eine ganz normale Versicherung, die ausschließlich eine Leistung zusichert und die einen entsprechenden Beitrag dafür verlangt.

Und dieser Beitrag gilt dafür, dass die zugesicherte Leistung garantiert zum vereinbarten Zeitpunkt gezahlt wird, bei Tod zum Todeszeitpunkt und im Erlebensfall zum vereinbarten Termin. Dieses Versprechen ist verbindlich. Daher bezeichnet man die Kündigung durch den Kunden ja auch Rückkauf. Denn der Anbieter kauft mit der Kündigung durch den Kunden sein Versicherungsversprechen zurück. Und das macht er natürlich nicht kostenlos, sondern zu einem entsprechend geringeren Wert. Ein Autohändler, bei dem man einen Neuwagen erworben hat, kauft diesen schließlich auch nicht zum gleichen Preis zurück. Vertrag ist Vertrag und Vertrag kommt von Vertragen, sprich, sich an die Vertragsbedingungen zu halten.

Gefahren bei Ausfall der Leistungen

Derzeit hat im Schnitt jeder Berufstätige mehr als einen Vertrag. Die Lebensversicherung wurde häufig als Rückdeckung für betriebliche Altersversorgungen, für Tilgungsaussetzung von Baufinanzierungen, als Zusatzvorsorge für den Ruhestand und viele andere Zwecke verwendet. Fallen die Leistungen aus oder werden im besseren Fall nur vermindert, hat das direkten Einfluss auf die Konstrukte, in denen die Verträge integriert wurden. Betriebe könnten in ernste finanzielle Schwierigkeiten geraten, Baufinanzierungen könnten scheitern, um nur einige Szenarien zu nennen. Es ist sinnvoll für jeden Einzelnen, den Einsatz einer möglicherweise bestehenden Lebensversicherung sachlich und seriös zu hinterfragen und gegebenenfalls zu reagieren.

Selbstverständlich ist das Geschrei groß, wenn Verträge vorzeitig gekündigt werden und der Rückkaufswert mager ausfällt. Die Ursache für Verluste liegt jedoch keinesfalls in der Kündigung. Die Einbußen beginnen bereits mit der Unterschrift. Der Abschluss eines solchen Vertrages zieht zwangsläufig Einbußen nach sich, denn zum Teil ist es mit Kosten verbunden, die man erst wieder durch Zinsen hereinholen muss. Das ist schwieriger als es klingt, besonders jetzt, wo die Zinsen auf Tiefststand sind.

Systemtreue Fachleute wollen die Verbraucher, die unrentable Finanzverträge haben, vor Einbußen bewahren und empfehlen daher, die Finanzverträge auf gar keinen Fall aufzuheben, sondern ruhen zu lassen.

Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende?

Fragen Sie, lieber Leser oder liebe Leserin, sich doch selbst einmal, was sinnvoller ist. Sie merken, Sie haben einen Vertrag abgeschlossen, der langfristig gesehen keinen Sinn macht. Sie wissen, dass Sie das Geld, welches Sie einzahlen, in ein Angebot investieren, das auf Dauer nicht zum erwarteten Ziel führt. Gibt es denn noch etwas Unvernünftigeres, als diesen Vorsorgevertrag nicht aufzuheben und zu retten, was noch zu retten ist? Gibt es nichts Sinnvolleres als ein Ende mit Schrecken in Kauf zu nehmen und mit dem Geld etwas Sinnvollere zu machen?

Zeit ist kostbar. Einbußen hinterher zu trauern, verringert die Einbußen leider nicht. Auch Ärger, Zorn oder Enttäuschung vermindern die Einbußen nicht, geschweige dessen, die Anlagestrategie nicht zu verändern. Je eher man erkennt, dass man einen Fehler gemacht hat und je eher man diesen korrigiert, desto geringer fallen die Gesamtverluste aus. Denn die Gesamtverluste wachsen mit der Zeit, in der man an unrentablen Verträgen festhält. Daher ist es auch kein Verlustausgleich, wenn unrentable Verträge stillgelegt werden in der Hoffnung, die Einbußen dadurch wieder reinzuholen.

Die Hoffnung, durch eine andere Strategie Einbußen, die gemacht wurden, wieder auszugleichen, ist ebenfalls vergebens. Ein Verlust ist ein Verlust, der lässt sich eben nicht wegdiskutieren. Eine zielführendere Strategie kann bestenfalls das zuvor erwartete Ergebnis übertreffen, jedoch gleicht sie keinen Verlust aus. Der wäre nur vermeidbar gewesen, wenn man sofort die richtige Strategie gewählt hätte. Da jedoch niemand in die Zukunft sehen kann, merkt man immer erst später, ob man die richtige Entscheidung getroffen hat.

Anlageentscheidungen sollten nicht von der Angst vor Einbußen abhängig sein. Es gibt bewährte Alternativen wie zum Beispiel Edelmetalle. Edelmetalle sind Rohstoffe mit großer Nachfrage. Sie sind Sachwerte, die nie ihren Wert verlieren können. Edelmetalle sind inflations- und krisengeschützt und besitzen weltweit Akzeptanz.

Die PIM Gold und Scheideanstalt GmbH mit Geschäftsführer Mesut Pazarci, aus Heusenstamm bietet den physischen Kauf der Edelmetalle Gold, Silber, Platin und Palladium an. Damit können die Vorteile unterschiedlicher Edelmetalle miteinander kombiniert werden. Die kostengünstige Lagerung im Zollfreilager ermöglicht es den Kunden der PIM, jederzeit ihre Edelmetalle in physischer Form abzuholen und mit nach Hause zu nehmen. Mehr Sicherheit ist nicht möglich.

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Mesut Pazarci

Gold ist meine Welt. Mit physischem Gold konnte ich viele Kunden Jahr für Jahr nicht nur eine sichere sondern auch eine rentable Anlage bieten. Dadurch erreichte ich überdurchschnittliche Erfolgsquoten bei meinen Vertriebspartner und in unserem Unternehmen.

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